In ganz Europa wächst der Bedarf an sauberem Strom für Industrie, Verkehr und digitaler Infrastruktur rasant. Der Ausbau der Netzkapazitäten wird damit zu einem entscheidenden Faktor für Energiesicherheit, wirtschaftliches Wachstum und gesellschaftlichen Fortschritt. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, haben Hitachi Energy, ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Elektrifizierung, und Larsen & Toubro (L&T), ein führender Anbieter von Ingenieur-, Beschaffungs- und Konstruktions-Dienstleistungen, den Zuschlag für das dritte und vierte Projekt im Rahmen ihrer zuvor angekündigten mehrjährigen Rahmenvereinbarung mit TenneT erhalten.
Hitachi Energy und L&T arbeiten bereits gemeinsam an der Realisierung der Projekte „Nederwiek1“ und „IJmuiden Ver Alpha“. Mit der heutigen Ankündigung werden die Unternehmen ihre Zusammenarbeit bei den Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Verbindungen (HGÜ-Verbindungen) „Nederwiek3“ und „LanWin5“ verstärken, die jeweils 2 Gigawatt (GW) Strom aus erneuerbaren Energien von der Nordsee an Land übertragen und so die Einspeisung von Offshore-Windstrom in die nationalen Stromnetze der Niederlande bzw. Deutschlands ermöglichen.
Nederwiek3 wird an eine landseitige Konverterstation in der Gemeinde Geertruidenberg im Süden der Niederlande angeschlossen. LanWin5 wird sauberen Strom von der Nordsee nach Niedersachsen in Deutschland liefern. Zusammen werden die beiden Netzanschlüsse 4 GW sauberen Strom ins Netz einspeisen – genug, um rechnerisch etwa 4 Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen. Gleichzeitig stärken sie die Energiesicherheit und verbessern die Netzzuverlässigkeit.
Als Teil des wegweisenden 2-GW-Programms von TenneT stehen diese Projekte beispielhaft für den Wandel von einzelnen Netzanschlüssen hin zu einer stärker vernetzten, flexiblen Netzarchitektur, die die Grundlage für ein widerstandsfähiges europäisches Stromsystem legt. Die Projekte sind Teil der Weiterentwicklung eines zunehmend vernetzten europäischen Stromsystems und berücksichtigen bereits heute künftige grenzüberschreitende Verbindungen. Ein zentrales Ziel ist die Anbindung von Nederwiek3 an das britische Stromnetz über den derzeit in Entwicklung befindlichen Interkonnektor „LionLink“. Dadurch entsteht eine echte Mehrzweck-Verbindung, die die Energiemärkte Europas und Großbritanniens enger miteinander verknüpft und zugleich das Potenzial der Nordsee als Kraftwerk für erneuerbare Energien besser erschließt.
Es ist vorgesehen, dass sich diese Verbindungen im Laufe der Zeit zu Knotenpunkten mit mehreren Anschlüssen, sogenannten Multi-Terminal-Hubs, entwickeln, wodurch eine effizientere Nutzung der bestehenden Infrastruktur für künftige Verbindungen ermöglicht, und der Aufbau eines flexibleren, widerstandsfähigeren und integrierten Stromnetzes gefördert wird. Dieses Konzept wurde in Großbritannien bereits im Rahmen des 1.200-MW-Projekts „Caithness Moray Shetland“ demonstriert, Europas erster Multi-Terminal HVDC-VSC-Verbindung mit mehreren Terminals, der einen bedeutenden Schritt in Richtung eines zukünftigen Netzes aus Energieautobahnen und Knotenpunkten darstellt, das in der Lage ist, mehr sauberen Strom zu integrieren, die Netzinfrastruktur zu optimieren, die Leistung des Wechselstromnetzes zu verbessern und die allgemeine Systemresilienz zu stärken.